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Hamburg, unsere (barrierefreie) Perle?

Aktualisiert: 16. Jan.



Als waschechte Hamburgerinnen und Hamburger geben wir ja gerne mal ein wenig an mit unserer Stadt. Fast nichts ist erholsamer, als entlang der wunderschönen und heimeligen Elbterrassen direkt an der der Elbe entlang zu spazieren, die grün-bunte Pracht im Stadtpark zu bestaunen oder abends - im Augenblick des wunderbaren Feierabendverkehrs - den Blick auf die Außenalster bei Sonnenuntergang zu genießen. Ja, wir lieben unsere Stadt. Denn hier gibt es einfach alles: Wasser, Wind und regelmäßig eine Portion Regen. Und egal welche Wetterlage gerade herrscht: Hamburg punktet mit echter Vielfalt. Zahlreiche Alleen, Parks und natürlich der Ohlsdorfer Friedhof, der womöglich größte Friedhofspark der Welt, laden bei gutem Wetter zur Erholung ein.

Bei echtem Hamburger "Schietwedder" (also bei nass-gutem Wetter!) bietet sich auch ein Ausflug in die Hamburger Kunst und Kultur-Szene an. Zahlreiche große und kleine Museen, Theaterhäuser, historische Straßen und Gebäude machen in Hamburg ihre Aufwartung. Doch am beliebtesten bei den meisten Besucherinnen und Besuchern ist sicherlich der Besuch unserer "Elphi". Die Elbphilharmonie ist mittlerweile zum echten Wahrzeichen unserer Hafenstadt avanciert. Mit Recht! Doch natürlich gehören nach wie vor auch die Hamburger Reeperbahn und die historische Speicherstadt zu den typischen Attraktionen der Stadt.

Kurzum: die Stadt hält wirklich für jeden etwas parat. Langeweile muss hier niemand haben. Dabei ist die kulturelle Vielfalt in Hamburg nicht nur ein Schlagwort, sondern an praktisch jeder Straßenecke spürbar. Diversität und Inklusion werden in der beliebten Metropole großgeschrieben.

In punkto Barrierefreiheit muss Hamburg aber dennoch etwas nachlegen. Denn außer der Elphi und des Planetariums sind manch andere Touristenmagnete nicht immer so barrierefrei, wie sie eigentlich sein sollten. Das betrifft beispielsweise den Hamburger Michel und die Kramer Amtsstuben, bedauerlicherweise aber auch den Hamburger Kiez. Besonders in den Abendstunden am Wochenende sind dort derart viele Menschen unterwegs, dass ein Durchkommen in den Bars und Clubs, aber auch schon auf den Gehsteigen, wirklich schwerfällt. Darüber hinaus sind viele Gebäude auf dem Kiez sehr alt und die Toiletten meist in den kleinen und engen Kellern gelegen. Damit sind viele Orte und auch die gern gebuchten Kieztouren für Menschen im Rollstuhl praktisch unzugänglich. Die Landungsbrücken sind dagegen besonders gut ausgebaut und für praktisch alle Besucher:innen barrierefrei erreichbar. Schwieriger sieht es bei den Hafen- und Alsterrundfahrten aus. Hier ist die Barrierefreiheit oftmals abhängig vom Wasserstand, dem verfügbarem Platz auf den Schiffen und teilweise auch von der Bord-Crew. Leichter ist es da, die wasserseitigen Eindrücke direkt von "Land" aus zu genießen. Insbesondere die Außen- und Binnenalster sowie der Hamburger Stadtpark sind gut befestigt und so für jeden gut erkundbar. In Hamburg gibt es außerdem spezielle touristische Guides, die von gehörlosen Menschen und Menschen mit Sehbehinderungen für die meisten Attraktionen gebucht werden können - zum Beispiel auch für den Kiez.


Wer Hamburg besuchen und barrierefrei erleben möchte, der kann sich am Besten auf den Seiten von barrierefreieshamburg.org informieren und entsprechend planen. Darüber hinaus bietet natürlich auch der HVV wichtige und aktuelle Informationen über das hiesige öffentliche Verkehrsnetz an. Noch ist es zwar nicht soweit, aber bis 2025 wird die U1 auf der gesamten Strecke so ausgebaut sein, dass sie auf ganzer Linie barrierefrei sein wird. Das ist doch mal ein Highlight!


Aber wie sieht es eigentlich im restlichen Deutschland bzw. in der deutschen Tourismusbranche zum Thema Barrierefreiheit aus? Tut sich da was? Hier lohnt es sich, einen Blick auf das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Projekt Reisen für alle zu werfen. Hier können Reisende explizit nachlesen, welche deutschen Städte, Naturerlebnisse, Übernachtungsmöglichkeiten und Co barrierefrei sind bzw. mit welchen Barrieren zu rechnen ist. Alle touristischen Anbieter sowie Städte können sich für das Zertifikat "Reisen für alle" qualifizieren. Ziel ist es bei diesem Projekt, die barrierefreien Angebote zum einen sichtbarer zu machen und gleichsam die Branche zu sensibilisieren und einen Ansporn zu kreieren, Barrieren beim Reisen abzubauen.

"Reisen für alle" ist im Zuge des Nationalen Aktionsplans im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention in Kooperation der Behindertenverbände, der Tourismuswirtschaft sowie aller Bundesländer entstanden.


Quellen rund um die Barrierefreiheit in Hamburg:

barrierefreieshamburg.org

Wheelmap – Finde rollstuhlgerechte Orte

Museum zum Anfassen - Museumsdienst Hamburg (museumsdienst-hamburg.de)

Museumsführungen in DGS - Gehörlosenverband Hamburg (glvhh.de)

Stadtführung für Blinde und Sehbehinderte (stattreisen-hamburg.de)

barrierefreie-wege.de

Hamburg barrierefrei – Alle Informationen für Ihre Reise (hamburg-tourism.de)




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