Arztpraxen brauchen Barrierefreiheit

Aktualisiert: 14. Aug 2020


Jeder Mensch in Deutschland hat das Recht auf eine freie Arztwahl. Doch fehlende barrierefreie Zugänge zu den Praxen macht dies kaum möglich. In Neubauten sind Praxen bereits mit entsprechenden Zugängen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ausgerüstet. Doch bei den bestehenden Arztpraxen sieht das oft anders aus. Es fehlen zum Beispiel entsprechende Parkplätze, Aufzüge und Toiletten. Aber nicht nur Menschen mit mobilen Einschränkungen stoßen an ihre Grenzen. Auch viele andere Menschen brauchen Barrierefreiheit. Zum Beispiel in Form von hinreichender Beschilderung, Informationsmaterial in Braille-Schrift und leicht verständlicher Sprache. Und auch Webseiten könnten im digitalen Zeitalter deutlich barrierefreier sein.


Eine Abfrage der Bundesregierung zur Barrierefreiheit in den Arztpraxen ergab, dass nur etwa eine von drei Arztpraxen tatsächlich barrierefrei ist. Der Bedarf ist also groß. Viele Ärztinnen und Ärzte wollen die Barrierefreiheit erhöhen. Dennoch können oft nicht alle Hindernisse beseitigt werden. Und die Herstellung der Barrierefreiheit ist oft mit hohen Kosten und viel Aufwand verbunden. Eine Investition, die sich jedoch langfristig lohnt und die ärztliche Versorgung von vielen Patientinnen und Patienten erheblich verbessern kann.


Tipp:

Ärztinnen und Ärzte können Fördergelder und entsprechende Zuschüsse beantragen, zum Beispiel bei der KfW. Die Zuschüsse sind nicht nur für bauliche Veränderungen in den Praxisräumen möglich, sondern auch für mehr Barrierefreiheit generell. Zum Beispiel mittels barrierefreier Flyer für Sehbehinderte und für Menschen mit Lernbeeinträchtigungen. Oder für ein sensibilisiertes Praxisteam, dass im Umgang mit Menschen mit Behinderungen eingehend geschult wird. Dies sind alles kleine Schritte in Richtung Barrierefreiheit - aber mit einem großen Effekt für sehr viele Menschen. Und für die freie Arztwahl.



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