Kunst ist für Jeden!

Ob Bilder, Skulpturen, Musik, Videos oder Poesie – bei der Kunst ist für jeden etwas dabei!


Oder?


Ob Kunst wirklich für alle zugänglich ist, ist eine zentrale Frage des Vermittlungsprogramms „Barrierefreiheit“ der Kunsthalle Osnabrück. Seit dem 26. Juni 2021 bis zum 27. Februar 2022 befassen sich Künstlerinnen und Künstler mit der Frage, welche Barrieren es in der Kunst gibt und wie Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen diese in der Kunstwelt erleben.

Eine der Ausstellungen von der amerikanischen Künstlerin Alison O'Daniel trägt den Titel „I Felt People Dancing“ („Ich spürte Menschen tanzen“) und zeigt den Besuchern mit Hilfe einer Soundinstallation, wie schwerhörige und taube Menschen Klänge wahrnehmen. Die Installation arbeitet gegen das Vorurteil, das jemand der nicht mit den Ohren hört, gar keine Klänge wahrnehmen kann.

Die Ausstellungen sensibilisieren die Besucher für das Thema Barrieren. Es geht nicht nur um Menschen, die zum Beispiel auf Grund einer Gehbehinderung eine Ausstellung nicht betreten können oder durch Hör- und Sehschwierigkeiten eingeschränkt sind. Es betrifft auch Menschen, die zum Beispiel die Sprache nicht verstehen oder nicht gut lesen und schreiben können. Die Vielseitigkeit der Barrieren und der davon Betroffenen ist beinahe so präsent wie die Vielseitigkeit der Kunst selbst.


Auch uns von capito liegt viel daran, genau darauf aufmerksam zu machen. Denn nur weil fehlende Barrierefreiheit für einen selbst im Moment kein Problem ist, heißt das nicht, dass man nie betroffen sein könnte. Besonders beim Thema leichte Sprache ist es für manche Leute schwer vorstellbar, für wie viele Menschen die Sprachstufe C1 eine Barriere darstellt. Es sind eben nicht nur Menschen, die nicht mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen sind, oder mit Lernschwierigkeiten zu tun haben. Ein Schreiben vom Amt stellt sogar die Sprachkenntnisse der meisten Studenten auf die Probe. Darum kommt es besonders auf Sensibilisierung und Weiterbildung in dem Bereich an.


Umso schöner also, dass die Kunsthalle Osnabrück nicht nur das Bewusstsein in den Besuchern weckt, sondern selbst als gutes Vorbild voran geht. Zur Eröffnung der Ausstellung wurde auch die Website der Kunsthalle erneuert. Nicht nur ein schickes neues Design, sondern vor allem mit Barrierefreiheit soll der Onlineauftritt der Kunsthalle glänzen. Und so ploppt direkt mit dem Öffnen der Seite ein Erklärungsvideo in Gebärdensprache und mit Untertiteln auf, das die Navigation auf der Seite erleichtert. Das künstlerische Layout der Seite von Grafikdesignerinnen und Künstlerinnen Anja Kaiser und Franziska Leiste kann zudem mit nur einem Klick auf das nötigste reduziert werden. So wird es übersichtlich und macht die Orientierung leichter. Vorbildlich ist die Webseite auch im Bereich Leichte Sprache. Die Option der vereinfachten Texte ist nämlich nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch verfügbar. Natürlich ist noch nicht alles perfekt. Zum Beispiel könnte das Design und einige Abkürzungen angepasst werden, um auch Menschen mit Sehbehinderung das Erkunden der Website durch Screen Reader zu ermöglichen. Wichtig ist jedoch, dass es ein klarer Schritt nach vorne ist und es zudem noch darauf aufmerksam macht, dass eine Veränderung in die richtige Richtung nicht immer gleich Perfektion heißen muss.


Zur Webseite: >> Kunsthalle Osnabrück Auch interessiert an Barrierefreiheit? Dann machen Sie mit bei unserem capito Lehrgang und erfahren Sie alles rund um Leichte Sprache und barrierefreie Informationen! Mehr Informationen gibt´s hier: >> capito Hamburg Lehrgang


8 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen