Kleingedruckt und schwer verständlich: Alles Absicht?

Aktualisiert: 19. Okt.

Komplexe Texte gibt es wie Sand an Meer. Schließlich befinden wir uns im Informationszeitalter. Bei so einer Informationsflut können wir auch gar nicht alles lesen. Und bei gewissen Texten mit Fachinhalten, da schaltet man oft schon nach den ersten Zeilen ab.

Zum Beispiel beim Lesen des Beipackzettels von Medikamenten. Häufige getroffene Aussagen dazu: Zuviel Text, Worte, die man noch nie gehört hat, und viel zu viele Nebenwirkungen. Beipackzettel lesen? Nein, danke.

Das kann unter Umständen böse Folgen haben.


Aber auch in anderen Branchen gibt es das besagte "Kleingedruckte". Zum Beispiel in Kauf- und Mietverträgen. Das Kleingedruckte dort nicht zu lesen, kann zu einem ungemütlichen und teuren Spaß werden. Zum Beispiel, wenn man sich plötzlich in einer ungewollten Abo-Falle wiederfindet. Spätestens dann dünkt uns: Manchmal sollte man eben doch Informationen genau lesen und verstehen.


Aber warum wird das Kleingedruckte eigentlich so dargestellt, als seien es nur nebensächliche Informationen? Und warum versteht kaum jemand, was da steht? Manche sagen, die schwere Verständlichkeit von Kleingedrucktem sei pure Absicht. Das Kleingedruckte sei gar nicht darauf ausgelegt, von allen Menschen gelesen und verstanden zu werden. Aber sind manche Texte wirklich mit Absicht schwer verständlich?

Da können wir tatsächlich zum größten Teil beruhigen. Denn oft schreiben Menschen vom Fach die Texte. Und das hat bei Kleingedrucktem vor allem rechtliche Hintergründe und daran rüttelt niemand so gerne. Doch auch andere Fachinformationen sind oft komplex geschrieben. Vielfach liegt es daran, dass die Verfasserinnen und Verfasser beim Schreiben fachlich so fokussiert sind, dass sie es schlicht nicht wahrnehmen, dass andere Menschen die Informationen eben nicht so leicht verständlich finden. Und so mancher Beratung bei uns mit Vorschlägen zur besseren Textverständlichkeit folgt dann oft ein Aha-Moment. Nicht selten heißt es dann „Wir dachten, unsere Informationen sind schon leicht verständlich. Wir dachten einfach nur, die Leute haben keine Lust, zu lesen.“

Natürlich gibt es Menschen, die keine besondere Lust haben, Texte genau zu lesen. Aber es gibt eben auch Menschen, die die Inhalte schlicht nicht verstehen. Wie man das ermitteln kann, ob Informationen tatsächlich verstanden werden?

Darauf geben natürlich die Kundinnen und Kunden die besten Antworten und Hinweise. Für die Informationen auf der Webseite kann es hilfreich sein einen genauen Blick auf die Google Analytics-Daten zu richten, wo die Verweildauer und Absprungraten auf den Webseiten einen ersten Eindruck vermitteln können. Hilfreich ist es bei Dienstleistungsangeboten aber auch, auf eingehende Supportanfragen zu schauen und zum Beispiel zu fragen: Wo hakt es am meisten? Welche Probleme treten am häufigsten auf? Welche Rolle spielen eigentlich sprachliche Barrieren? Werden Fachinformationen gut verstanden? Verstehen der fachliche Support die Kundinnen und Kunden - und anders herum?

Wer die Verständlichkeit von Information und Kommunikation in seinem Unternehmen grundsätzlich verbessern möchte, dem empfehlen wir insbesondere einen Blick auf den Aspekt der Barrierefreiheit in der Unternehmenskommunikation zu werfen. Denn oft kann man schon mit wenigen gezielten Maßnahmen deutliche Verbesserungen erwirken und Informationen für noch mehr Menschen erreichbar und verständlich machen.


Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, der kann sich auf zahlreichen Internetseiten schon recht gut informieren. Mittlerweile gibt es auch diverse Applikationen, die dabei helfen können, Texte leichter verständlich zu machen. Und es gibt Tools, die die Zugänglichkeit und Barrierefreiheit einer Webseite überprüfen können. Mit "capito digital" stellt capito nun auch eine digitale Schreibassistenz zu Verfügung, mit deren Hilfe Texte nach erprobten Kriterien vereinfacht werden können. Bei Interesse kontaktieren Sie uns gerne und wir senden Ihnen einen Zugang zur kostenlosen Erprobung des Tools.

Sie wünschen eine persönliche Beratung? Dann kontaktieren Sie uns gerne unter hamburg@capito.eu oder der Telefonnummer 040 - 23703 275.


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